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Maghreb Klänge

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Tinariwen

Der Groove der Tuareg
Die aktuell siebenköpfige Gruppe existiert bereits seit zwanzig Jahren. Gegründet wurde sie von Sänger Ibrahim Ag Alhabib an einem außergewöhnlichen Ort: in einem Militärcamp Ghaddafis im libyschen Exil. Noch in den frühen 80-er Jahren in Algerien hatten er und seine ersten Mitstreiter zum ersten Mal elektrische Gitarren ausprobiert. Die musikbesessenen Kämpfer trafen sich nach den Gefechten am Lagerfeuer und schmiedeten ihren einzigartigen Stil. Er ist ein Mix aus jamaikanisch angehauchtem Rock sowie traditionellen Melodien und Rhythmen des Volkes der Tuareg und ist eng verbunden mit deren Freiheitskampf gegen die Regierung Malis.

Lieder von der Wüste und der Wüste in uns
Der unmittelbare Zusammenhang von Krieg und Poesie mag merkwürdig anmuten. Doch für die Tuareg sind Musik und Sprache seit langem eine Art mentaler Kriegsführung, binden doch die leidenschaftlichen Metaphern der Tamashek-Sprache die Einzelnen an ihr Volk. Zwar haben die enttäuschten Heimkehrer nach dem Friedensschluss von 1992 ihre Waffen niedergelegt, ihre E-Gitarren aber spielten sie weiter. Diese werden unterstützt von Handclaps, traditionellen Trommeln wie der Kalebasse oder der Tiendé und dem einsamen Klang der T'Zamàrt-Flöte. Tinariwen zeigen sich immun gegen die Versuchung von Turntables, Sequenzern und Synthesizern. Lieber singen sie mit ihren tiefen und hohen Stimmen von Wassernot (Arawan), von der Wüste, die sich bis in das Innerste der Menschen ausbreitet, und von der Apathie und Unentschlossenheit des Individuums.

The winner of the Grammy Award for Best World Music Album, Tinariwen is “a brilliant live band who have deservedly built up an international following for their infectious, pounding fusion of desert blues and the styles of the nomadic Tuareg people of the Sahara” (The Guardian)

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Emel Mathlouthi

Gesangliches Erbe des Maghreb
Geschult an den alten Rebellenchansons des Maghreb, aber auch an ihren Idolen Portishead und Rammstein hat die junge Frau mit der grandiosen Altstimme eine wagemutige Klangsprache entwickelt – von warmherzigen Hymnen der Hoffnung über elektronische Schwere und Kühle bis zur Folkballade. Ihr Credo: „Meine Musik soll eine Brücke bauen zwischen der Jugend meines Landes und den anderen Völkern.“

Die Pop-Ikone des neuen Tunesien
Für die Menschen in Tunesien waren die Auftritte der Sängerin bei den Demonstrationen des Arabischen Frühlings wichtig: Mathlouthi stieg mutig auf ein Podest und sang laut gegen Ungerechtigkeiten an. Zwar wurden ihre Lieder im Radio verboten, avancierten aber (gerade deswegen?) zu Straßenhymnen und waren ein mutiger Ruf nach Freiheit, der in ganz Tunesien, Europa und der Welt gehört wurde.
Emel Mathlouti bewahrt die Rauheit arabisch-tunesischer Musik und klingt trotzdem modern. Mediterran und urban sind für sie kein Widerspruch; elektronische Musik fügt sich organisch zu Gesang und akustischen Instrumenten. Ihre aufrüttelnden Texte kleidet sie in betörende Klangwelten, mischt arabische und jüdische Musik Tunesiens aus den 20er- bis 50er-Jahren mit Mezwed, einer sehr populären urbanen tunesischen Musik, die auf Perkussionsinstrumenten und Dudelsack gespielt wird.

Galionsfigur der Jasminrevolution
Zudem gilt Emel als leidenschaftliche Vertreterin der neuen arabischen Sängergeneration. Mit beeindruckender Präsenz und großer Kunstfertigkeit hat sie sich die internationalen Bühnen erobert und ihr Publikum gefesselt und betört.
Als eine der Galionsfiguren der Jasminrevolution führt die junge arabische Künstlerin auf ihre ganz eigene poetisch, lyrisch, kunstvoll-raffinierte Weise das Erbe der großen Diven des Maghreb fort. Sie verschmilzt klassische arabische Melodien mit Elementen aus Folk und Pop. In ihren Songs begegnen sich Tradition und Moderne nuancenreich, aufrüttelnd-intensiv.

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