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Istanbul Night

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© Aytekin Yalçın

Istanbul Night: Gaye Su Akyol & Baba ZuLa

Gaye Su Akyol

Gaye Su Akyol gilt als eine der überzeugendsten jungen Stimmen und aufregendsten Klangforscherinnen der Türkei und hat sich nicht nur in der Musikszene ihres eigenen Landes etabliert. Als Singer-Songwriterin, Produzentin und audiovisuelle Konzept-Künstlerin kreiert sie eine simultane Parallelwelt für deren Erschaffung sie sich der geschichtlichen Vergangenheit, dem megaverlinkten Jetzt und einer wahrscheinlich digital hochlabilen Zukunft gleichermaßen bedient. Ihr erstes internationales Album »Hologram Ĭmparatorluğu« (auf deutsch etwa »Holografische Gegenrealität«) erschien 2016. Es war ein voller Erfolg und brachte der Band eine Tour durch ganz Europa, den Mittleren und den Fernen Osten.

Gaye Hanım wuchs im kosmopolitischen Istanbul auf und ließ sich von der anatolischen Musik-Ikone Selda Bağcan und Kurt Cobain gleichermaßen inspirieren. Nirvana waren ebenso prägend wie anatolische Rockmusik, Sonic Youth oder Nick Cave. Verstaubte Orient-Okzident Klischees waren also noch nie ihr Ding, sondern eine Musik, die sich global in Konzept und lokal in Geist und Feinheit präsentiert und all diese unterschiedlichen Einflüsse zusammenbringt.

Ihr neues Album »Istikrarlı Hayal Hakikattir«, was übersetzt »Konsequente Fantasie ist Realität« bedeutet, hat Gaye Su Akyol selbst geschrieben, arrangiert, koproduziert und gab letztlich auch noch die Artdirektorin. Sie kombiniert darauf lebensfrohe Balladen, futuristischen Surf-Rock und Post-Punk. Psychedelische E-Gitarren und donnernde Percussions treffen auf Oud und Baglama, elektronische Beats und Synthies auf Violine und Trompete. Das Album ist zutiefst poetisch, hoch politisch und trifft den Kern unserer Zeit. Dank englischer Übersetzungen im Booklet kann man in Gayes bittersüße Traumwelten eintauchen, auch wenn man kein Türkisch versteht. Und das lohnt sich, denn in ihrer Musik erschafft sie ihr ganz eigenes Universum aus nahöstlicher Tradition und urbanem Underground.

Ein Must am Alten Hafen und eine gute Möglichkeit, die deutsch-türkische Freundschaft zu feiern. Gäste aus anderen Ländern sind natürlich ebenfalls willkommen.

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© Levan Uzbay

Baba ZuLa

Seit Fatih Akins Film "Crossing the Bridge – the Sound of Istanbul" (2005) gelten Baba ZuLa als die! Protagonisten moderner, progressiver türkischer Musik. Wenn die Musiker vom Bosporus auf der Bühne stehen, dann artikuliert sich der Orient, dann treffen sich Tradition und Moderne. Die Menschen in Istanbul leben im Spannungsfeld unterschiedlicher Kulturen, sind weder richtige Europäer, noch echte Asiaten. Bandmitglied Murat Ertel meint, dass sich auch Baba ZuLa weder dem Osten noch dem Westen so richtig zugehörig fühlt: "... wir sind eine Band Istanbuls, die die Musik Istanbuls macht – und das sehr bewusst. Wir Istanbuler sind die Zwischen-Menschen. Ich nenne uns die Bosporus-Leute – wir bewegen uns zwischen Asien und Europa."

In Istanbul suchen Menschen aus der ganzen Türkei ihr Glück – im Gepäck haben sie ihre Kultur, ihre Musik und ihre Gewohnheiten. Baba ZuLa geben mit ihrer Musik den Sound dazu. Sie scheren sich nicht um Normen und entziehen sich mit ihrem Stil einer eindeutigen Zuordnung. Deshalb haben sie ihrem Musik-Mix einfach einen neuen Namen verpasst: "Oriental Dub". Murat Ertel sagt: "Wir sind sowohl ein wenig Avantgarde als auch ein wenig traditionell"; wir schaffen Neues aus der Tradition. Dafür testen wir die Grenzen aus und spielen mit den Möglichkeiten." In ihren Songs verarbeiten Baba ZuLa gleichermaßen sozialen wie politischen Protest. Ihre wichtigste Botschaft lautet, den Armen zu helfen und sich der Staatsgewalt zu widersetzen. Ganz so wie in anatolischen Volksliedern die einfachen Leute oft gegen den Sultan rebellieren.

Die Maxime der Band ist zum einen die Improvisation und zum anderen die ständige Neuinterpretation des Bestehenden. Traditionen der Sufi, türkischer Zigeuner und vor-islamischer Schamanenmusik treffen auf anatolischen Folk und 60‘s Psycho-Rock. Das Quartett arrangiert Folklore und Psychedelic; Die Stücke sind eingängig, klingen hypnotisch, gehen direkt in die Beine und erzeugen schnell eine ausgelassene Stimmung. Baba ZuLa sind Musiker zum Anfassen; sie haben keine Berührungsängste und passen aus diesem Grund wunderbar auf die Bühne am Alten Hafen.

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