Programm-Details

Doppelkonzert: DOTA & Pam Pam Ida

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© Annika Weinthal

DOTA

Von der Straßenmusikerin zur Band-Leaderin, die auf ihrem eigenen Label »Kleingeldprinzessin Records« produziert: Die Berlinerin Dorothea Kehr singt seit 2002 Lieder über Themen, die sie bewegen. Zuerst hat sie sich mit viel Mut, Einsatz und Herzblut durch Kneipen, kleine Clubs und auf der Straße durchgeschlagen – daher der Name »Kleingeldprinzessin«. Ihre Songtexte, die sie selbst schreibt, zeugen von einer starken, klaren Haltung und haben oft literarische Qualität (Fred-Jay-Preis). Anfangs noch solo unterwegs, hatte sie sich etwas später mit ein paar Jazzmusikern zusammengetan. Anfangs spielten sie als »Dota und die Stadtpiraten«, seit 2013 nur noch unter dem Namen »Dota«.

Das aktuelle Album (2018) mit dem sich Dota auf der Hafensommerbühne präsentieren werden, heißt »Die Freiheit«. Musikalisch reif, abwechslungsreich, mit unverkennbar weltmusikalischem Sound im Kleid von hipper Popmusik treffen sie den Nerv der Zeit. Als präzise Beobachterin der Gegenwart beschäftigt sich Dorothea Kehr mit internationalen politischen Entwicklungen ebenso wie mit aktuellen Social Media-Debatten, dem Umgang mit Leistungsdruck bis hin zur #MeToo-Diskussion.

All dies fließt ein in pointierte, fein gesponnene, niveauvolle Texte, humorvolle Alltagsgeschichten, die leicht dahergesungen, Humor und Lust am Leben versprühen und sich auf raffiniert komponierten Melodien in die Ohren würmeln. Dota überzeugt – wieder einmal – durch die perfekte Mischung von Leichtigkeit, Witz, Realität und Kritik. Der Sound klingt poppig-melancholisch, die Klangfarben reichen von Folk Rock, Elementen aus Jazz und Kirmesmusik bis hin zum klassischen Lied. Man hört südamerikanische Einflüsse, elektronische Sounds, variationsreiche Strings, sensible Percussion-Modulationen und Kehrs charakteristische Stimme.

Seit Jahren zieht die Band straight ihr musikalisches Ding durch. Obwohl es durchaus Gelegenheiten gibt, bei großen Labels unterzukommen, ist Dota ihre Unabhängigkeit wichtiger. Und so spielen sie auch nicht auf politischen Veranstaltungen und lassen sich von Parteien vereinnahmen, sondern treten lieber vor ein Publikum, das nur an ihrer Musik interessiert ist. Darauf darf sich das Hafensommer-Publikum schon mal freuen.

Besetzung: Dorothea Kehr (vocals, guitar), Jan Rohrbach (guitar), Patrick Reising (keys), Janis Görlich (drums)

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Hörprobe

© Rebecca Schwarzmeier

Pam Pam Ida & Das Silberfischorchester

»Die gwohnte Gäng«

Liebe zur Popmusik und zum Dialekt, das ist die Mission von Pam Pam Ida. Ihr bairisches Idiom zieht sich durchgängig durch die Musik. Selbst, wenn sich nicht jeder »Originalton Süd« 1:1 übersetzen lässt: Diese Art von Heimatsound lässt man sich gerne gefallen – auch in Unterfranken. Egal – ob in der Stammformation oder mit dem Silberfischorchester – Pam Pam Ida glätten die Barrieren zwischen Blasmusik-Techno und klassischer Kammermusik mit Streichern und Flötisten, zwischen Neuzeitvolksmusik und Mundartrap oder zwischen Liedermacher und Singer Songwriter. Die Band ist instrumentell breit aufgestellt und kann zwischen Pomp und Minimalismus so ziemlich alles. Wo soeben noch Geige, Cello und Kontrabass tönen, knallt im nächsten Moment „Dicke-Backen-Musik“ à la LaBrassBanda. Dazu gibt’s die ausdrucksstarke Stimme von Andreas Eckert, die für alle Gefühlslagen etwas zu bieten hat.

Alles gut, aber woher kommt der Bandname? – »sowas fälld ei’m ja im Draum ned ein«. Offensichtlich doch – die sechs Jungs aus Sandersdorf bei Eichstätt erzählen dazu »a nett’s G’schichterl«: Eines Nachts hatte Schlagzeuger Julian Menz einen Traum, in dem ihn ein durchgeknallter Guru verfolgt, der ihm, wie ein Mantra, ständig »Pam Pam Ida« hinterherschreit. So weit, so gut: Ein voglwuider Name allein macht’s noch nicht, da braucht’s scho a g’scheite Musik dazu. Der Durchbruch gelingt Pam Pam Ida mit dem Video und Song »Gockl«: ziemlich fix mausern sie sich zum Insidertipp der Heimatsound-Szene. Inzwischen haben sie nicht nur in Bayern Erfolg; sie spielen die Landkarte rauf und runter ausverkaufte Konzerte.

Pam Pam Ida mögen das Kontroverse. Sie fühlen sich wohl zwischen Ironie und Ernst, Kunst und Komik. Thematisch geben sie sich mal hintersinnig, mal politisch und bringen Seriöses ebenso unter wie Humor. Dabei überzeugen sie durch Authentizität und Fröhlichkeit. Und weil sich fetzige Nummern mit sensibel betexteten die Waage halten, die Kommunikation mit dem Publikum stimmt und der Funke schnell überspringt, sollte sich die Statik der Hafentreppe schon mal auf etwas gefasst machen. Auf geht’s, gemma!

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